Medizinische Diagnostik

Im allgemeinmedizinischen Setting ist bei folgenden Risikofaktoren an eine Essstörung zu denken16:

  • Junge Frauen und Männer mit niedrigem Körpergewicht
  • Patientinnen und Patienten, die mit Gewichtssorgen kommen, aber nicht übergewichtig sind
  • Frauen mit Zyklusstörungen oder Amenorrhoe
  • Patientinnen und Patienten, die mangelernährt erscheinen
  • Patientinnen und Patienten mit gastrointestinalen Symptomen
  • Patientinnen und Patienten mit wiederholtem Erbrechen
  • Kinder mit Wachstumsverzögerung

Als Minimum der medizinischen Untersuchung wird die Bestimmung des Body-Mass-Indexes (BMI) empfohlen17. Der BMI berechnet sich nach der Formel Köpergewicht in kg / Körpergröße in m². Bei Kindern wird er an Altersperzentilen relativiert18. Außerdem wird die Messung von Blutdruck und Puls empfohlen19.

Zur Bewertung der vitalen Gefährdung durch Untergewicht oder der Folgen von Erbrechen und Diuretikamissbrauch sind nach den S3-Versorgungsleitlinien folgende Parameter zu prüfen20:

  • Körpertemperatur
  • Durchblutung bzw. Ödeme
  • Auskultation des Herzens bzw. Orthostasetest
  • EKG
  • Blutbild, Blutglukose, Elektrolyte, Kreatinin
  • Blutsenkungsreaktion
  • Urinstatus
  • Leberfunktionstest

Quellen:

16. Schweiger, U., Salbach-Andrae, H., Hagenah, U. & Tuschen-Caffier, B. (2010). Diagnostik von Essstörungen. In: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (Hrsg.). Diagnostik und Therapie der Essstörungen (pp 33-69). Verfügbar unter http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-026l_S3_Diagnostik_Therapie_Essstoerungen.pdf [Stand 30.04.2012]

17. Schweiger, U., Salbach-Andrae, H., Hagenah, U. & Tuschen-Caffier, B. (2010). Diagnostik von Essstörungen. In: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (Hrsg.). Diagnostik und Therapie der Essstörungen (pp 33-69). Verfügbar unter http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-026l_S3_Diagnostik_Therapie_Essstoerungen.pdf [Stand 30.04.2012]

18. Kromeyer-Hauschild, K., Kunze, D., Wabitsch, M. et al. (2001). Perzentile für den Body-Mass-Index für das Kindes- und Jugendalter unter Heranziehung verschiedener deutscher Stichproben. Monatsschrift Kinderheilkunde, 149, 807–818.

19. Schweiger, U., Salbach-Andrae, H., Hagenah, U. & Tuschen-Caffier, B. (2010). Diagnostik von Essstörungen. In: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (Hrsg.). Diagnostik und Therapie der Essstörungen (pp 33-69). Verfügbar unter www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-026l_S3_Diagnostik_Therapie_Essstoerungen.pdf [Stand 30.04.2012].

20. Schweiger, U., Salbach-Andrae, H., Hagenah, U. & Tuschen-Caffier, B. (2010). Diagnostik von Essstörungen. In: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (Hrsg.). Diagnostik und Therapie der Essstörungen (pp 33-69). Verfügbar unter http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-026l_S3_Diagnostik_Therapie_Essstoerungen.pdf [Stand 30.04.2012].