Differentialdiagnostik

Bei Anorexia nervosa sind folgende somatische Erkrankungen auszuschließen: chronische Infekte, Tumorerkrankungen, gastrointestinale Erkrankungen oder endokrine Erkrankungen.

Es ist darüber hinaus differentialdiagnostisch abzuklären, ob das essgestörte Verhalten im Rahmen einer affektiven Störung (z.B. Appetitverlust bei Depression), einer Zwangsstörung (z.B. Zwangshandlungen bzgl. der Nahrungsaufnahme) oder gar einer psychotischen bzw. wahnhaften Störung (z.B. Vergiftungswahn bei Schizophrenie) einzuordnen ist.

Wenn eruiert werden konnte, dass das Erbrechen bei einer Anorexia oder Bulimia nervosa selbst induziert ist, liegen i.d.R. keine somatischen Erkrankungen vor. Differentialdiagnostisch kommen bei nicht selbst-induziertem Erbrechen in Betracht: Tumorerkrankungen, gastrointestinale Erkrankungen oder metabolische Erkrankungen.

Es ist außerdem differentialdiagnostisch abzuklären, ob die Symptome der Bulimia nervosa im Rahmen einer Anorexia nervosa mit (subjektiven) Essanfällen und kompensatorischen Maßnahmen oder auch als Symptome einer affektiven Störung, einer Angststörung oder einer Persönlichkeitsstörung einzuordnen sind.