Medikamente

Die Wirksamkeit von Psychopharmaka bei Anorexia nervosa konnte bislang noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Insbesondere für die Zielsymptomatik des Essverhaltens und der Gewichtszunahme gibt es keine Evidenz für die Wirkung von Psychopharmaka. Die Indikation für psychopharmakologische Medikation ist daher vorrangig abhängig von der psychischen Begleitsymtomatik bzw. von komorbiden psychischen Störungen. So kann insbesondere eine zwanghafte und depressive Symptomatik den Einsatz von Antidepressiva bzw. Neuroleptika mit entsprechendem Wirkungsspektrum angezeigt erscheinen lassen, wobei jedoch insbesondere von Antidepressiva bei noch bestehendem massivem Untergewicht keine Wirkung erwartet werden kann.

Psychotherapeutische Behandlungen haben sich als wirksamer als alleinige Pharmakotherapie der  Bulimia nervosa erwiesen (Empfehlungsgrad A, Evidenzgrad Ia)64.

Die Indikation für psychopharmakologische Medikation ist auch abhängig von komorbiden psychischen Störungen. Fluoxetin ist in Kombination mit Psychotherapie für die Behandlung von Bulimia nervosa zugelassen. (Empfehlungsgrad B, Evidenzgrad Ia)65. Auch andere SSRIs und trizyklische Antidepressiva können eingesetzt werden (Empfehlungsgrad C)66

Quellen:

64. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) (Hrsg.), Diagnostik und Therapie der Essstörungen. Verfügbar unter www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-026l_S3_Diagnostik_Therapie_Essstoerungen.pdf  [30.04.12].  

65. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) (Hrsg.), Diagnostik und Therapie der Essstörungen. Verfügbar unter www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-026l_S3_Diagnostik_Therapie_Essstoerungen.pdf  [30.04.12]. 

66. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) (Hrsg.), Diagnostik und Therapie der Essstörungen. Verfügbar unter www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-026l_S3_Diagnostik_Therapie_Essstoerungen.pdf  [30.04.12].