Diagnostik

Aufgrund des erheblichen Chronifizierungsrisikos und der Gefahr von Folgeschäden ist beim Vorliegen einer Essstörung eine zeitnahe Einleitung der Behandlung anzustreben. Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine positive Prognose wesentlich von einer möglichst kurzen Zeitdauer zwischen Symptombeginn und Aufnahme einer adäquaten Behandlung abhängt.

In der Versorgungsrealität kommt es jedoch aufgrund der häufig schwankenden Krankheitseinsicht und Veränderungsmotivation der Betroffenen zum Teil zu erheblichen Verzögerungen und Unterbrechungen im Behandlungsverlauf. Zudem sind Behandlungsangebote und Behandlungswege nicht selten nur unzureichend bekannt und ungenügend miteinander koordiniert.

Allgemeinärzte, Kinderärzte, Zahnärzte oder auch Gynäkologen können in der Versorgung von Menschen mit Essstörungen eine wichtige Aufgabe übernehmen, indem sie die Betroffenen mit gestörtem Essverhalten frühzeitig identifizieren und auf entsprechende diagnostische und therapeutische Angebote aufmerksam machen. Klassen- und Vertrauenslehrer sowie Beratungsstellen stellen ebenfalls wichtige erste Anlaufstellen für die Betroffenen und deren Angehörige dar.