Krankheitsbild

Der Begriff „Essstörung“ bezeichnet eine Verhaltensstörung mit meist ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden. Zentral ist die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit der Nahrungsaufnahme, der Figur oder dem Körpergewicht. Der Formenkreis der Essstörungen umfasst die Anorexia nervosa (umgangssprachlich Magersucht), die Bulimia nervosa (umgangssprachlich Ess-Brech-Sucht) sowie die Störung mit Essanfällen (auch Binge Eating-Störung). Die Übergänge zwischen den Syndromen sind nicht selten fließend und Betroffene durchlaufen während ihres Lebens nicht selten mehrere Störungsbilder. 

Die Diagnosestellung orientiert sich im Falle der Anorexia und Bulimia nervosa an der ICD-10 (International Classification of Diseases)9, während die Diagnostik der Binge-Eating-Störung sich nach dem DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders)10 ausrichtet. Neben den beschriebenen Vollbildern lassen sich Formen finden, die die dargestellten diagnostischen Kriterien nicht voll erfüllen, jedoch trotzdem klinisch relevant und behandlungsbedürftig erscheinen; diese werden als sogenannte atypische Anorexia nervosa bzw. atypische Bulimia nervosa erfasst bzw. in der ICD-10 unter der Kategorie der nicht näher bezeichneten Essstörungen subsummiert, welche als eine Sonderform auch die Störung mit Essanfällen oder Binge-Eating-Störung umfasst.

Quellen:

9. Dilling, H., Mombour, W. & Schmidt M. (2011). Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien (8. überarbeitete Auflage). Huber: Bern.

10. Sass, H., Wittchen, H., Zaudig, M. & Houben, I. (2003). Diagnostische Kriterien DSM-IV-TR. Hogrefe: Göttingen.